Vermögensauskunft abgeben – was tun?

von Tino Richter

Wenn Sie Schulden haben, stehen Sie vielleicht eines Tages vor der Situation, eine Vermögensauskunft abgeben zu müssen. Das ist für die meisten Leute erst einmal erschreckend. Aber es ist kein Grund, in Panik zu verfallen. Suchen Sie sich möglichst Hilfe bei einer Schuldenberatungsstelle.

Was ist eine Vermögensauskunft?

Mithilfe einer Vermögensauskunft kann sich der Gläubiger darüber informieren, wo bei Ihnen “etwas zu holen” ist. Bis zum 01.01.2013 nannte sich das “Eidesstattliche Versicherung”, früher “Offenbarungseid”.

Sie sollen eine Vermögensauskunft und brauchen Hilfe?

Sie sollen eine Vermögensauskunft und brauchen Hilfe? Rufen Sie uns an unter 089/85635744.

Der Gläubiger verschafft sich damit einen Überblick über Ihre finanzielle Gesamtsituation, also ob und in welcher Höhe Sie Vermögen besitzen, welches Einkommen Sie haben und ob Ihnen ggf. jemand etwas schuldet.

Zu den Angaben in einem Vermögensverzeichnis gehören die Adresse des Arbeitgebers, Ihre Bankverbindung, Ihr Auto, eventuelle Lebensversicherungen, Immobilien, Pfandrechte, Bausparverträge und andere Vermögenswerte.

Wer erhält eine Vermögensauskunft?

Berechtigt zur Abnahme der Vermögensauskunft ist nur der Gerichtsvollzieher. Bei diesem muss der Gläubiger die Abnahme der Auskunft beantragen. Dem Antrag wird jedoch nur stattgegeben, wenn der Gläubiger eine titulierte Forderung besitzt.

Das kann zum Beispiel ein Vollstreckungsbescheid, ein Gerichtsurteil, Beschluss oder eine notarielle Urkunde sein. Aber auch ein rechtskräftiger Bescheid von einer Behörde kann ein sogenannter vollstreckbarer Titel sein.

Nur wenn Ihr Gläubiger so etwas besitzt, kann er eine Vermögensauskunft verlangen. Eine offene Rechnung oder eine Mahnung reicht dafür nicht aus.

Kann man die Vermögensauskunft abwenden?

Sie erhalten vorher vom Gerichtsvollzieher Gelegenheit, die Forderung zu bezahlen. Der Gerichtsvollzieher wird Ihnen in seinem Anschreiben eine Zahlungsfrist von 14 Tagen einräumen.

Sie können aber auch beim Termin zur Abgabe der Vermögensauskunft noch zahlen. Mit Zustimmung des Gläubigers kann Ihnen der Gerichtsvollzieher eine längere Frist gewähren oder eine Ratenzahlung mit Ihnen vereinbaren.

Die vereinbarten Raten müssten Sie dann regelmäßig und pünktlich an den Gerichtsvollzieher zahlen.

Wie ist das Verfahren zur Abnahme der Vermögensauskunft?

Normalerweise werden Sie vom Gerichtsvollzieher eingeladen, in seinem Büro zu erscheinen. Es kann aber auch sein, dass Sie die Auskunft zuhause abgeben sollen. Dagegen können Sie sich mit einem Widerspruch binnen einer Woche wehren.

In dem Fall wird Sie der Gerichtsvollzieher in sein Büro einladen. Er wird Ihnen dann einen umfangreichen Fragebogen vorlegen, der alle Fragen zu Einkommen und Vermögen enthält. Sie sollten diese Fragen unbedingt wahrheitsgemäß beantworten, sonst können Sie sich strafbar machen.

Zum Schluss müssen Sie an Eides statt versichern, dass Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen und vollständig sind. Seien Sie sorgfältig beim Ausfüllen des Formulars und fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist.

Falls Sie sich weigern sollten, dem Gerichtsvollzieher die Auskunft zu geben, kann sogar ein Haftbefehl erlassen werden. Doch auch dann haben Sie noch die Möglichkeit, die Vermögensauskunft abzugeben und den Haftbefehl abzuwenden.

Der Gläubiger kann jederzeit eine Aktualisierung der Auskünfte beantragen. Das war früher nur dann der Fall, wenn die Forderung sich auf mindestens 500 Euro belief. Doch diese Grenze wurde seitens der Bundesregierung im Jahr 2016 abgeschafft.

Welche Folgen hat die Abgabe der Vermögensauskunft?

Für zwei Jahre wird die Auskunft bei einem zentralen Register elektronisch gespeichert. Auch bei der Schufa erfolgt ein Eintrag. Sie werden in den nächsten Jahren keine Kredite mehr erhalten.

Sie müssen in den nächsten zwei Jahren keine weitere Vermögensauskunft ablegen, wenn sich Ihre finanziellen Verhältnisse nicht geändert haben. Ansonsten müssen Sie sich nicht von sich aus um die erneute Abgabe kümmern.

Außerdem müssen Sie nun mit Pfändungen rechnen. Am wahrscheinlichsten ist es, dass der Gläubiger Ihr Konto pfändet und die Bank Ihnen den Dispo kündigt. Empfehlenswert ist die Einrichtung eines sogenannten Pfändungsschutzkontos.

Auch Verträge, die Sie lägerfristig finanziell binden, bekommen Sie nun nicht mehr so leicht. Dazu gehören beispielsweise Stromverträge, Handyverträge oder Mietverträge.

Wenn Sie Hilfe zum Thema Schulden benötigen, zögern Sie nicht, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Rufen Sie uns an unter 089/85635744 oder schreiben Sie eine E-Mail an info@schuldnerberatung-richter.de. Wir helfen Ihnen gerne!

 

Bildquellennachweis: v.poth – fotolia.com

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag:

Kanzleimarketing von WebTiger Pro

Schuldnerberatung Richter hat 4,86 von 5 Sterne | 14 Bewertungen auf ProvenExpert.com